Baptistisches Bekenntnis von 1689 — Kapitel 6: Vom Fall des Menschen, von der Sünde und deren Strafe

Kapitel 6: Vom Fall des Menschen, von der Sünde und deren Strafe

Abschnitt 1. Obwohl Gott den Menschen aufrecht und vollkommen schuf und ihm ein gerechtes Gesetz gab, das ihm zum Leben gereicht hätte, wenn er es gehalten hätte, und den Tod bei dessen Übertretung androhte, blieb er doch nicht lange in dieser Ehre; da Satan die List der Schlange gebrauchte, um zuerst Eva zu verführen und dann durch sie Adam, der ohne irgendeinen Zwang willentlich das Gesetz ihrer Schöpfung und das ihnen gegebene Gebot übertrat, indem sie die verbotene Frucht aßen, was Gott gemäß seinem weisen und heiligen Ratschluss zuzulassen geruhte, da er es vorhatte, es zu seiner eigenen Ehre zu ordnen.

Abschnitt 2. Unsere ersten Eltern fielen durch diese Sünde von ihrer ursprünglichen Gerechtigkeit und Gemeinschaft mit Gott, und wir in ihnen, wodurch der Tod über alle kam: alle wurden tot in der Sünde und gänzlich befleckt in allen Vermögen und Teilen der Seele und des Leibes.

Abschnitt 3. Da sie die Wurzel waren und nach Gottes Anordnung an der Stelle und anstatt der ganzen Menschheit standen, wurde die Schuld der Sünde zugerechnet und die verdorbene Natur übertragen auf alle ihre Nachkommen, die auf natürlichem Wege von ihnen abstammen, die nun in Sünde empfangen werden und von Natur Kinder des Zorns sind, Knechte der Sünde, dem Tod unterworfen und allem anderen Elend, geistlichem, zeitlichem und ewigem, es sei denn, der Herr Jesus macht sie frei.

Abschnitt 4. Aus dieser Erbverdorbenheit, durch die wir gänzlich unfähig, unvermögend und allem Guten abgeneigt und gänzlich zu allem Bösen geneigt gemacht sind, gehen alle tatsächlichen Übertretungen hervor.