Kapitel 21 — Von der christlichen Freiheit und der Gewissensfreiheit
Abschnitt 2. Gott allein ist Herr des Gewissens und hat es frei gelassen von den Lehren und Geboten der Menschen, die in irgendeinem Punkt seinem Wort zuwider sind oder nicht darin enthalten sind. So ist es, solche Lehren zu glauben oder solche Gebote aus Gewissensgründen zu befolgen, ein Verrat an der wahren Gewissensfreiheit; und die Forderung eines ungeprüften Glaubens und eines unbedingten und blinden Gehorsams zerstört die Gewissensfreiheit und auch die Vernunft. Und diejenigen, die unter dem Vorwand christlicher Freiheit irgendeine Sünde ausüben oder irgendeine sündige Lust hegen, verkehren, wie sie dadurch den Hauptzweck der Gnade des Evangeliums zu ihrem eigenen Verderben verdrehen, so zerstören sie gänzlich den Zweck der christlichen Freiheit, welcher darin besteht, dass wir, aus der Hand unserer Feinde befreit, dem Herrn ohne Furcht dienen mögen, in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm, alle Tage unseres Lebens.