Baptistisches Bekenntnis von 1689 — Kapitel 16: Von den guten Werken

Kapitel 16: Von den guten Werken

Abschnitt 1. Gute Werke sind nur solche, die Gott in seinem Heiligen Wort geboten hat, und nicht solche, die ohne dessen Vollmacht von Menschen aus blindem Eifer oder unter irgendeinem Vorwand guter Absichten erdacht werden.

Abschnitt 2. Diese guten Werke, in Gehorsam gegen Gottes Gebote getan, sind die Früchte und Beweise eines wahren und lebendigen Glaubens; und durch sie bezeugen die Gläubigen ihre Dankbarkeit, stärken ihre Gewissheit, erbauen ihre Brüder, zieren das Bekenntnis des Evangeliums, stopfen den Mund der Widersacher und verherrlichen Gott, dessen Werk sie sind, geschaffen in Christus Jesus dazu; damit sie, ihre Frucht zur Heiligkeit habend, das Ende erlangen, das ewige Leben.

Abschnitt 3. Ihre Fähigkeit, gute Werke zu tun, kommt überhaupt nicht aus ihnen selbst, sondern gänzlich vom Geist Christi; und damit sie dazu befähigt werden, ist neben den Gnaden, die sie bereits empfangen haben, ein tatsächlicher Einfluss desselben Heiligen Geistes nötig, in ihnen das Wollen und Vollbringen nach seinem Wohlgefallen zu wirken; doch sollen sie sich deshalb nicht nachlässig verhalten, als wären sie nicht verpflichtet, irgendeine Pflicht zu erfüllen, es sei denn auf eine besondere Regung des Geistes hin; sondern sie sollen eifrig sein, die Gnade Gottes, die in ihnen ist, anzufachen.

Abschnitt 4. Diejenigen, die in ihrem Gehorsam die größte Höhe erreichen, die in diesem Leben möglich ist, sind so weit davon entfernt, über das Geforderte hinauszugehen und mehr zu tun, als Gott verlangt, dass sie weit hinter dem zurückbleiben, was sie pflichtgemäß zu tun schuldig sind.

Abschnitt 5. Wir können durch unsere besten Werke weder Vergebung der Sünden noch ewiges Leben von der Hand Gottes verdienen, wegen des großen Missverhältnisses zwischen ihnen und der zukünftigen Herrlichkeit und des unendlichen Abstandes zwischen uns und Gott, dem wir durch sie weder nützen noch für die Schuld unserer früheren Sünden Genugtuung leisten können; sondern wenn wir alles getan haben, was wir können, haben wir nur unsere Pflicht getan und sind unnütze Knechte; und weil sie, insofern sie gut sind, von seinem Geist ausgehen, und insofern sie von uns gewirkt werden, befleckt und mit so viel Schwachheit und Unvollkommenheit vermischt sind, dass sie die Strenge von Gottes Gericht nicht bestehen können.

Abschnitt 6. Dennoch, da die Personen der Gläubigen durch Christus angenommen sind, werden auch ihre guten Werke in ihm angenommen, nicht als wären sie in diesem Leben gänzlich untadelig und unvorwerflich in Gottes Augen, sondern weil er, auf sie in seinem Sohn blickend, das, was aufrichtig ist, anzunehmen und zu belohnen geruht, obwohl es von vielen Schwachheiten und Unvollkommenheiten begleitet ist.