Kapitel 25: Artikel XXV: Von der Beichte
Abschnitt 1. Die Beichte ist bei uns nicht abgetan. Denn man pflegt den Leib des Herrn nicht zu reichen denen, die nicht zuvor verhöret und absolviert sind. Dabei wird das Volk fleissig gelehret, wie tröstlich das Wort der Absolution sei und wie hoch und teuer die Absolution zu achten; denn sie sei nicht des gegenwärtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der die Sünde vergiebt; denn sie wird an Gottes Statt und aus Gottes Befehl gesprochen. Mit grossem Fleiss wird davon gelehret, wie tröstlich diese Absolution sei und dass man sie von Gottes Wort wegen nötig habe; denn des Schlüssels Amt ist nicht Menschengebot, sondern Gottes Befehl und Einsetzung, dadurch der Heilige Geist den Glauben wirket in denen, die die Absolution annehmen, wie Paulus sagt: Gott hat den Glauben durch die Predigt geschenkt. Es werden auch etliche Traditionen und Missbräuche angezeiget und verworfen, und werden die Leute unterrichtet, dass enumeratio delictorum nicht nötig sei, und dass die Gewissen nicht mit Erzählung aller Missetat zu beschweren seien, denn es ist nicht möglich, alle Missetat zu erzählen, wie der Psalm sagt: Wer kann merken, wie oft er fehlet?