Athanasianisches Glaubensbekenntnis — Kapitel 1: Von der Dreieinigkeit

Kapitel 1: Von der Dreieinigkeit

Abschnitt 1. Wer da selig werden will, der muss vor allem den christlichen Glauben festhalten; wer diesen nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, der wird ohne Zweifel ewig verlorengehen.

Abschnitt 2. Der christliche Glaube aber ist dieser, dass wir einen einigen Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einigkeit ehren, ohne weder die Personen zu vermischen noch das Wesen zu trennen.

Abschnitt 3. Denn eine andere ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes.

Abschnitt 4. Aber die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ist eine, die Herrlichkeit gleich, die Majestät gleich ewig.

Abschnitt 5. Wie der Vater, so der Sohn, so der Heilige Geist.

Abschnitt 6. Unerschaffen ist der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der Heilige Geist.

Abschnitt 7. Unermesslich ist der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der Heilige Geist.

Abschnitt 8. Ewig ist der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist.

Abschnitt 9. Und doch sind es nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger.

Abschnitt 10. Wie auch nicht drei Unerschaffene und nicht drei Unermessliche, sondern ein Unerschaffener und ein Unermesslicher.

Abschnitt 11. Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist.

Abschnitt 12. Und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger.

Abschnitt 13. So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott.

Abschnitt 14. Und doch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott.

Abschnitt 15. So ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der Heilige Geist Herr.

Abschnitt 16. Und doch sind es nicht drei Herren, sondern ein Herr.

Abschnitt 17. Denn gleichwie wir nach christlicher Wahrheit eine jegliche Person für sich als Gott und Herrn bekennen müssen, so können wir doch nach dem christlichen Glauben nicht drei Götter oder drei Herren sagen.

Abschnitt 18. Der Vater ist von niemandem gemacht noch geschaffen noch gezeugt.

Abschnitt 19. Der Sohn ist vom Vater allein nicht gemacht noch geschaffen, sondern gezeugt.

Abschnitt 20. Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn nicht gemacht, nicht geschaffen, nicht gezeugt, sondern ausgehend.

Abschnitt 21. So ist es also ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.

Abschnitt 22. Und in dieser Dreiheit ist nichts Erst oder Letzt, nichts Grösser oder Kleiner.

Abschnitt 23. Sondern alle drei Personen sind miteinander gleich ewig und gleich gross.

Abschnitt 24. Also dass in allen Dingen, wie oben gesagt, die Einigkeit in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einigkeit zu ehren sei.

Abschnitt 25. Wer nun selig werden will, der muss also von der Dreieinigkeit halten.